AKTUELLE STUDIENLAGE ZUR KREBSTHERAPIE BEIM HUND 2026
Die Prognosen für Hunde mit Krebs waren vor Jahren deutlich schlechter. Doch die Forschung hat Fortschritte gemacht, sowohl in der Erkennung, der Ursachenforschung als auch die Therapiemöglichkeiten betreffend. Diese sind bis heute deutlich vielfältiger geworden. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen sich besonders in den Bereichen genetische Forschung und Immuntherapie.
In meinem heutigen Artikel möchte ich einmal verständlich über dieses komplexe Thema schreiben. Meinen Versuch diesen Beitrag kompakt zu halten, verwarf ich inmitten einer Vielzahl Studien. Denn ich denke, was Tierhalterinnen und Tiertherapeutinnen ehrlich wissen wollen oder zumindest einmal gelesen haben sollten, ist vorrangig.
Der Artikel ist in vielen Stunden Arbeit, Recherche und Gegenprüfung entstanden – mit dem Anspruch aktuell und wertvoll zu sein statt kompakt + easy to read. Von Vollständigkeit kann trotz der Länge des Artikels jedoch nicht die Rede sein, denn einige Themen wie die Forschung an speziellen Stoffen für Chemotherapeutika oder Protokolle zur Operation sowie Operationstechniken habe ich bewusst ausgeklammert. Du brauchst keine tierärztlichen Berichte über „wie verschiedene Krebssarten korrekt ausgeschnitten werden“ und Du willst keine 0815 Werbung mit Produktmarketing. Und auch kleinste labor-chemischen Zusammensetzungen und Molekülstrukturen würden Dir, sofern Du keine Biologin oder Chemikerin bist, auch nur die Sinne vernebeln. Denn ehrlich, wenn Du Dich über dieses Thema informierst willst Du die neusten Ergebnisse, fundierte Chancen. Zum Weiterlesen & eigenem Recherchieren füge ich Dir die wichtigsten Quellen meiner Recherchen im Anschluss an.
PARADIGMENWECHSEL: KREBS ALS (GENETISCHE) INDIVIDUALERKRANKUNG
Starten wir mit dem Paradigmenwechsel, denn beim Menschen wird ein Tumor nicht mehr nur anhand seines Ursprungsorgans behandelt, sondern primär anhand des genetischen Profils des Tumors. Zudem wird immer deutlicher „Krebs ist nicht gleich Krebs“. Ansätze, die beim einen Tumor wirken, wirken bei einem anderen, in anderer Lokalisation, nicht. Zum genetischen Profil gibt es für Hunde zumindest Forschungsansätze.
Spannend sind auch neue Übersichtsarbeiten, sie betonen, dass Hunde mit spontanen Tumoren dem Menschen genetisch und biologisch so ähnlich sind, dass viele Erkenntnisse aus der Humanmedizin inzwischen direkt in die Tiermedizin übertragen werden könnten – und umgekehrt. Allerdings ist bei dieser Überlegung auch Vorsicht geboten, denn aus anderen Arbeiten, geht widerum hervor, dass die Tumorart entscheidend dafür ist, ob sich Erkenntnisse von Menschen auf Hunde übertragen lassen oder nicht.
Ein weiteres Rätsel ist die Entstehung von Krebs, bisher ist bekannt, das Tumore nicht nur durch DNA-Schäden entstehen, sondern durch eine komplexe Wechselwirkung zwischen genetischen Veränderungen und einem gestörten Mikromilieu, welches die Tumorzellen begünstigt.
TUMORMIKROUMGEBUNG DER WACHSTUMSFAKTOR
Die Forschung hat die Tumormikroumgebung (TME) als entscheidenden Faktor für das Wachstum und das Überleben von Tumoren klassifiziert. Der Tumor selbst beeinflusst nämlich das umgebende Gewebe, indem er Nährstoffe für sein Wachstum abzweigt. Zudem unterdrückt er das Immunsystem oder macht sich für dieses „unsichtbar“. Was dazu führt, dass der Tumor weiter wachsen und Metastasen bilden kann.
Eine PET‑basierte Studie an spontanen Weichteilsarkomen von Hunden zeigte, dass Tumoren aus vielen kleinen Bereichen bestehen, die sich stark unterscheiden: manche sind stark hypoxisch, andere stark glykolytisch, manche beides. Die Glykolyse hing eng mit Zuckertransportern und dem Proliferationsmarker Ki‑67 zusammen — glykolytische Bereiche waren also besonders aggressiv. Die Studie belegt, dass Hundetumoren metabolisch sehr heterogen sind, was Therapieresistenz begünstigt. Darüber hinaus gibt sie Hinweise zum Verstehen der Tumormikroumgebung.
DAS MIKROBIOM – UNSICHTBARE BASIS DES IMMUNSYSTEMS
Eine weitere wissenschaftliche Erkenntnis aus dem Humanbereich ist, dass das Mikrobiom, also die Bakterien- und Pilzflora im Darm, eine zentrale Rolle im Kampf gegen Krebs spielt. Inwieweit dies auch auf Hunde zutrifft ist noch zu erforschen. Dennoch, das Mikrobiom ist kein „Wellness-Thema“, sondern hat wichtige biochemische Effekte und Aufgaben.
Obwohl auch hierzu vermehrt Humanstudien vorliegen, wird davon ausgegangen, dass jeder Einsatz von Antibiotika ebenfalls beim Hund wertvolle Helfer im Darm zerstören und somit Mikrobiom + Immunsystem stören kann.
Dysbiosen als Wegbereiter?
Dysbiosen = ein Ungleichgewicht der Darmmikroben, können die Immunität und die Funktionalität des Darms beeinflussen. Dadurch kann es zu biochemischen Funktionseinschränkungen und Problemen in der Aufnahme + Versorgung mit essentiellen Nährstoffen kommen. Inwieweit das die Entwicklung von Krebs begünstigen kann ist noch nicht geklärt. Fakt ist: Das Zusammenspiel der Ursachen und Auslöser für Krebs ist weiterhin als hoch komplexes multifaktorielles Geschehen zu betrachten und zu erforschen.
Das Mikrobiom in der Krebsforschung
Studien zeigten bereits, dass auch bei Hunden bestimmte Krebsarten mit Veränderungen im Darmmikrobiom einhergehen. Das bedeutet zwar nicht, dass Bakterien Krebs „auslösen“, aber eine Beteiligung ist nicht auszuschließen. Wie beim Menschen, könnten auch beim Hund bestimmte Bakterienstämme Entzündungskaskaden auslösen, die Zellmutationen fördern. Bei Hunden mit Lymphomen wurden 2022 und 2023 z. B. Darmbakterien wie Faecalibacterium gefunden und mehr entzündungsfördernde Bakterien-Arten. Ähnliche Muster sieht man auch bei Menschen mit Krebs.
Auch bei anderen Tumoren – etwa Mammatumoren – wurden Veränderungen im Darm und sogar im Tumorgewebe selbst gefunden. Das zeigt, dass Krebs und Mikrobiom enger zusammenhängen als früher gedacht. Inwieweit welche Bakterienstämme wie mit Körper und Krebszellen interagieren bleibt Gegenstand weiterer Forschung.
Das Mikrobiom in der Krebstherapie
Studien bei Menschen zeigen, dass jene mit einer gesunden Mikrobiota besser auf Immuntherapien, wie Checkpoint-Inhibitoren, ansprechen. Eine ausgewogene Darmflora fördert die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs), wie Butyrat, die entzündungshemmend wirken und das Immunsystem auf Tumorzellen ausrichten. Es bleibt für Hunde zu erforschen, ob die Mechanismen sich übertragen lassen und ob eine direkte Manipulation des Mikrobioms, gezielt bestimmte Bakterienarten fördern kann.
Mikrobiom-Modulation
Einige klinische Studien sind diesbezüglich vielversprechend, geben Hinweise dahingehend, dass eine gezielte Veränderung des Mikrobioms die Wirkung von Krebstherapien, wie Checkpoint-Inhibitoren und Antikörpertherapien [dazu später mehr] verstärken könnte. In Studien an Mäusen und Menschen hat sich zudem gezeigt, dass die Gabe von Prä- und Probiotika die Wirkung von Immuntherapien unterstützen kann. Ob diese auch bei Hunden Erfolge liefern könnten? Das bleibt vorerst abzuwarten.
Weitere Studien zeigten, dass verschiedene Tumorarten beim Hund jeweils eigene „Dysbiose‑Muster“ haben – z. B. bei Lymphomen, Mammatumoren oder oralen Tumoren. Das bedeutet: Eine Mikrobiom‑Modulation müsste wahrscheinlich tumorspezifisch erfolgen, statt nach dem Motto „ein Probiotikum für alle“.
Kot-Transfer
Eine noch relativ neue Möglichkeit zur Mikrobiom-Modulation, die Fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT), wird zunehmend erforscht. Bei dieser Methode wird das Mikrobiom eines gesunden Hundes auf den krebskranken Hund übertragen, Ziel: das Immunsystem zu regenerieren, die Therapieeffizienz zu steigern. In Übersichtsarbeiten wird FMT als potenzieller zukünftiger Baustein der Krebstherapie diskutiert – nicht als alleinige Therapie, sondern als Ergänzung. Das Immunsystem soll so stabilisiert und die Wirkung von Immuntherapien verbessert werden. Doch auch hier fehlt es noch an Studien und Daten, bisher wird FMT eher bei chronischen Darmerkrankungen, Clostridien und Dysbiosen eingesetzt.
EPIDEMIOLOGIE UND DIAGNOSTIK VON TUMOREN/ TUMORGEWEBE
Daten aus dem Schweizer Canine Cancer Registry, welches zwischen 2008 und 2020 insgesamt 54.986 histologisch oder zytologisch bestätigte Tumoren bei Hunden erfasste, zeigen ein klares Bild der häufigsten Tumorarten beim Hund. Besonders relevant ist, dass nicht nur die anatomischen Lokalisationen, sondern auch die konkreten Tumorkategorien ausgewertet wurden. Auserdem ist zu erkennen, dass Tumore stark altersabhängig sind. Der Altersmedian des Auftretens von Krebs liegt bei 9 Jahren, wobei der Häufigkeitsgipfel bei 10 Jahren liegt. Drei Viertel aller Tumore wurden vor dem elften Lebensjahr diagnostiziert. Und auch geschlechtsspezifische Unterschiede sind klar erkennbar, denn Hündinnen weisen insgesamt höhere Tumorraten auf. Zudem zeigen sich rassespezifische Prädispositionen für bestimmte Tumorarten deutlich.
Rassespezifische Prädispositionen
- Flat Coated Retriever – histiozytische Sarkome
- Scottish Terrier – Urothelkarzinome
- große Windhundrassen/Deerhound/Irish Wolfhound – Osteosarkome
- Dogo Argentino – Mastzelltumoren
- King Charles Spaniel/Manchester Terrier – Lymphome
- Rassen mit frühem Diagnosealter [Median: 5-7 Jahre]: Mastiff, Saint Bernard, Great Dane, Irish Wolfhound, Boxer, Vizsla, Bernese Mountain Dog, Boston Terrier, French Bulldog, Bulldog
- kleine Rassen wie Chihuahuas – insgesamt deutlich niedrigere Krebsraten
Zahlen zum Auftreten von Tumoren
Neben den Daten aus dem Schweizer Tumorregister liefert eine große US‑Analyse von über 3.400 Hunden zusätzliche wichtige Erkenntnisse zur Altersverteilung und Risikodynamik. Das mediane Diagnosealter lag hier bei 8,8 Jahren, was die starke Altersabhängigkeit von Tumorerkrankungen beim Hund erneut bestätigt. Auffällig ist, dass reinrassige Hunde im Durchschnitt ein Jahr früher an Krebs erkrankten als Mischlinge, was auf rassespezifische genetische Risikofaktoren hinweist.
Ein weiterer klarer Trend betrifft das Körpergewicht: Je größer und schwerer der Hund, desto früher tritt Krebs auf. Kleine Hunde (2,5–5 kg) wurden im Median erst mit 11 Jahren diagnostiziert, während sehr große Hunde (≥75 kg) bereits mit 5 Jahren erkrankten. Dieses Muster zeigt, dass Körpergröße und Wachstumsbiologie eine zentrale Rolle in der Tumorentstehung spielen.
Auch geschlechtsspezifische Unterschiede wurden bestätigt: Rüden erkrankten etwas früher als Hündinnen, während kastrierte Tiere später diagnostiziert wurden als intakte — ein Hinweis darauf, dass ebenfalls hormonelle Faktoren den Zeitpunkt der Tumorentstehung beeinflussen können.
Die Studie zeigt außerdem, dass bestimmte Tumorarten besonders früh auftreten (z. B. Lymphome, Mastzelltumoren, histiozytäre Sarkome), während andere typischerweise erst im höheren Alter diagnostiziert werden (z. B. Melanome, Lungen‑ und Blasentumoren). Diese Unterschiede sind wichtig für die Einschätzung individueller Risiken und für die Planung sinnvoller Früherkennungsmaßnahmen.
Zahlen zu Tumorarten
Insgesamt zeigte sich bei den vorliegenden Schweizer Daten, dass Haut‑, Weichteil‑ und Mammatumoren den größten Anteil aller Hundetumoren ausmachen, während aggressive Tumorarten wie Lymphome, Osteosarkome oder Hämangiosarkome epidemiologisch relevant, aber zahlenmäßig seltener sind.
- Hauttumore (34,6%) *Innerhalb der Hauttumore besonders häufig:
- Mastzelltumoren (9,98%)
- Adnexal‑ und Hautanhangsdrüsentumoren (8,04%)
- Melanome, Histiozytome, Plattenepithelkarzinome, Basalzelltumoren, fibroblastische Tumoren: Fibrome, Fibrosarkome
- Weichteiltumore (20,2%) *Innerhalb der Weichteiltumore besonders häufig:
- Lipomatöse Neoplasien (14,47%)
- Lipome, Liposarkome, perivaskuläre Tumoren, Weichteilsarkome und andere mesenchymale Neoplasien
- Mammatumore (14,5%) *Innerhalb der Mammatumore besonders häufig:
- komplex gemischte und stromale Neoplasien (8,03%)
- Adenome, Adenokarzinome, Mischdrüsentumoren, verschiedene Formen von Mammakarzinomen
- Regionenübergreifend besonders häufig: Adenome und Adenokarzinome (7,54 %)
Seltener, aber klinisch bedeutsam waren lymphatische und hämatopoetische Tumoren (z. B. Lymphome, Leukämien, Plasmazelltumoren), Tumoren des Verdauungstrakts (Magen‑ und Darmadenokarzinome, Leiomyome, Leiomyosarkome), urogenitale Tumoren (Prostatakarzinome, Urothelkarzinome, Ovarial‑ und Hodentumoren), Knochentumoren wie Osteosarkome und Chondrosarkome, Milztumoren wie Hämangiosarkome, sowie ZNS‑Tumoren wie Gliome, Meningiome und Schwannome.
Um noch einmal auf die US-Analyse zurückzukommen: Dort wurden nur bestätigte maligne Tumore aufgenommen, also jene gutartigen Tumore ausgeschlossen. Dadurch zeigte sich in den Tumorarten und Zahlen folgendes Bild: Lymphome (979 Fälle), Osteosarkome (664), Mastzelltumoren (565), Hämangiosarkome (292) und Weichteilsarkome (240) waren die häufigsten Diagnosen
MODERNE GEWEBE-DIAGNOSTIK
Im Bereich der Diagnostik gibt es einige invitro Studien und Verfahren. Die visuelle Darstellung lassen wir außen vor, aber zumindest zwei Beispiele zur modernen Gewebe-Diagnostik möchte ich Euch hier einmal aufführen:
- Liquid Biopsy (Flüssigbiopsie): Dieses Verfahren stellt einen der größten Fortschritte der letzten Jahre dar. Im Rahmen der Früherkennung können so Tumore aufgespürt werden, noch bevor sie klinisch sichtbar werden. Liquid Biopsy kann zirkulierende Tumor‑DNA detektieren und frühe Signale liefern. Wobei allerdings die diagnostische Genauigkeit noch variabel ist. Doch eine große Studie mit über 1.000 Hunden (CANDiD‑Studie) in 2022 zeigte, dass solche Bluttests tatsächlich mehrere Krebsarten erkennen können – wie bereits erwähnt, je nach Tumorart unterschiedlich zuverlässig.
- Next-Generation Sequencing (NGS): Hierbei wird in spezialisierten onkologischen Zentren das Tumorgewebe sequenziert, um gezielt Mutationen zu identifizieren. Diese Technologie ermöglicht es, Tumorgene gezielt zu analysieren, um so spezifische Medikamente zu finden oder für Hunde aus dem Humanbereich umzuwidmen.
KLASSISCHE THERAPIEANSÄTZE AUS DER MEDIZIN (STAND 2026)
Wie schon beschrieben, befassen sich Wissenschaft und Forschung seit Jahren immer intensiver mit der Thematik Krebs, Entstehung und Behandlung beim Hund. Es ist ein hochkomplexes Feld. Fangen wir mal bei den klassischen Therapie-Wegen an:
Chirurgie: Tumorresektion
Je nachdem wo der Tumor liegt und welches Ausmaß er angenommen hat, ist häufig die chirurgische Entfernung eine der favorisierten und nach wie vor vielversprechendsten Therapieoptionen. Viele Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit Krebstherapie in Form von chirurgischer Entfernung, auch mit ergänzenden Therapien – wobei sich zeigt, dass die Genesungschancen mit Chirurgie steigen. Allerdings birgt eine OP auch Risiken, die je nach Hundealter, Tumorausmaß und -lage variieren können. In meinem Artikel möchte ich mich mit zusätzlichen Wegen beschäftigen, nicht, das ich Chirurgie ablehne, denn häufig ist sie noch der einzig wirkungsvolle Weg, der wieder in Richtung Genesung führen kann. Aber Chirurgie hat auch ihre Grenzen, weshalb Forschung zu alternativen Wegen von enormer Bedeutung ist.
Strahlentherapie & „Abscopal Effect“
Die „Abscopal Effect“-Forschung (Radiotherapie + Immuntherapie): Durch lokale Bestrahlung eines Tumors, sollen Tumorzellen zerfallen. Dabei werden tumorspezifische Antigene freigesetzt. Die Idee: Stimuliert man nun zeitgleich das Immunsystem (z. B. durch Zytokine), könnte das Immunsystem plötzlich auch Metastasen an anderen Stellen im Körper angreifen, die nie bestrahlt wurden. Bisher wurde das bei Hunden nur in Einzelfällen beschrieben. Es ist ein Ansatz, der an die Immuntherapie anlehnt, die wir im Folgenden noch besprechen werden.
Chemotherapien
Vorab darf hier aber diese nicht fehlen, die Chemotherapie. Vermutlich ist das nicht das, was Du Dir für Dein Tier wünschen würdest – es ist das was häufig noch als „Chemiekeule“ verschrien ist – aber ehe wir uns ein Urteil erlauben, lass uns wenigstens mal Durchsprechen was es da mittlerweile so gibt:
- Chemotherapie-Infusionen: Klassische systemische Chemotherapien, die als Infusion verabreicht werden. Ein Beispiel ist Rabacfosadin, ein moderner Einzelwirkstoff, der alle drei Wochen gegeben wird und – laut Studienergebnissen – bei vielen Hunden mit hochgradigem Lymphom zu einer deutlichen Tumorverkleinerung führt. Die Therapie ist weniger aufwendig, aber kann selten schwerwiegende Nebenwirkungen wie eine verzögerte Lungenfibrose verursachen.
- Metronomische Chemotherapie: Das Prinzip: Dauerhafte, sehr niedrig dosierte Gabe von Chemotherapeutika (oft als Tablette zu Hause). Hierbei ist das Ziel die Hemmung der Angiogenese (Blutgefäßneubildung des Tumors), nicht die sofortige Zerstörung aller Tumorzellen. Der Tumor soll in seinem Zustand bleiben oder sich – im besten Fall – zurückbilden. Je nach Mittel ist durch die orale Eingabe mit Nebenwirkungen im Bereich des Magen-Darm-Trakts zu rechnen.
- Elektrochemotherapie: Ein Verfahren, bei dem kurze elektrische Impulse die Zellmembran des Tumors durchlässiger machen, sodass lokal niedrig dosierte Chemotherapeutika wirken können – lokale Reaktionen sind möglich. Chemotherapeutika (wie Bleomycin), können normalerweise kaum in die Zelle gelangen, doch durch die Impulse entstehen temporäre Poren in der Zellmembran des Tumors (Elektroporation), die dies möglich machen. Dadurch wird die systemische Belastung reduziert, was auch die Nebenwirkungen reduzieren kann. Bei Sarkomen und Mastzelltumoren, die chirurgisch schwer zugänglich sind, ergibt sich hierdurch eine weitere Behandlungsoption. Zudem zeigte eine Studie die hohe Wirksamkeit bei oralen malignen Melanomen des Hundes, besonders in frühen Stadien und bei Tumoren ohne Knochenbeteiligung. Die meisten Hunde benötigten nur eine Behandlungssitzung und das Ansprechen führte häufig zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität. Die medianen Überlebenszeiten lagen — abhängig vom Stadium — zwischen 4,5 und 16,5 Monaten.
MODERNE THERAPIEANSÄTZE AUS DER MEDIZIN (STAND 2026)
Die klassische „Operation + Chemo oder Bestrahlung“-Kombination wird zunehmend durch biologische Verfahren ergänzt. Dabei werden je nach Ansatz verschiedene Wege gewählt, den Krebs direkt anzugehen. Er soll so in seiner Kommunikation gestört werden oder das Immunsystem zur eigenen Krebsabwehr wieder befähigt werden. Bisher gibt es zur Krebstherapie und verschiedensten Strategien sehr viele invitro Studien aber wenige invivo Studien. D.h. die vorliegenden Ergebnisse wurden rein im Labor unter Laborbedingungen gewonnen. Das bedeutet, sie lassen sich nicht einfach 1:1 auf den Organismus Hund übertragen. Allerdings können sie wertvolle Hinweise und Richtungen für weitere in invivo Studien geben.
In die reine invitro Krebsmedikament-Forschung werde ich nicht tiefer einsteigen, denn das Aufführen aller Studien würde meinen Rahmen komplett sprengen, den Artikel unendlich werden lassen. Jedoch ist mir beim Sichten und Lesen der Studien aufgefallen, dass es je nach Behandlungsform bzw. Medikament unterschiedliche Zusatzpräparate gab, die medikamentenverstärkend und therapieunterstützend wirkten. Im Folgenden werde ich daher einige interessante invitro Studien einfließen lassen, mich jedoch vermehrt auf die Invivo Studien fokussieren.
Lokal-injizierte Tumortherapien
Tigilanol Tiglat
Tigilanol Tiglat ist ein lokal effektiver Wirkstoff, der direkt in den Mastzelltumor injiziert wird und dort eine kontrollierte Entzündungs‑ und Nekrose‑Reaktion auslöst. In einer großen randomisierten Studie erreichten rund drei Viertel der Hunde nach einer einzigen Injektion innerhalb von 28 Tagen eine vollständige Remission. Nach einer zweiten Behandlung stieg die Rate auf 88 %. Eine Nachbeobachtung über zwölf Monate zeigte, dass rund 90 % der erfolgreich behandelten Hunde am Behandlungsort tumorfrei blieben. Die wenigen Rückfälle traten ausschließlich in den ersten Wochen nach der Behandlung auf. Damit gilt Tigilanol Tiglat als eine moderne, minimalinvasive Alternative zur Operation bei geeigneten Mastzelltumoren.
Eine aktuelle multizentrische Auswertung aus onkologischen Fachpraxen bestätigt diese Ergebnisse unter realen klinischen Bedingungen: Auch hier erreichten 75 % der Hunde nach einer einzigen Injektion eine vollständige Remission, obwohl die Fälle deutlich heterogener waren (verschiedene Lokalisationen, Vorbehandlungen, teilweise unvollständige Staging‑Informationen). Nach einem Jahr waren 64 % der behandelten Tumoren weiterhin vollständig rückfallfrei, insgesamt 69 % nach ein oder zwei Behandlungen. Die erwartete Wundbildung trat nach etwa einer Woche auf und heilte im Median innerhalb von 30 Tagen ab. Die Studie zeigt damit, dass Tigilanol Tiglat auch im klinischen Alltag eine zuverlässige lokale Therapieoption für nicht‑metastasierte Mastzelltumoren darstellt, sofern eine sorgfältige Fallauswahl erfolgt.
Allerdings ist Tigilanol Tiglat ungeeignet bei infiltrativen, sehr großen oder anatomisch ungünstig gelegenen Tumoren z.B. im Bereich: Augenlid, Maulwinkel, Analfalte, Pfotenballen, Genitalbereich (wegen Komplikationsrisiko) sowie bei metastasierten Erkrankungen.
Kurze Info am Rande: Tigilanol Tiglate (Stelfonta®) zeigte in einer großen Pferdestudie ebenfalls hohe Wirksamkeit: Rund 70 % der Tumoren verschwanden vollständig nach intratumoraler Injektion. Kleinere Tumoren sprachen deutlich besser an, und Nebenwirkungen waren selten und überwiegend lokal. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial dieser Substanzklasse für die lokale Tumorablation über Spezies hinweg.
Anthrax-Toxin
In einer kleinen Studie wurde ein neu entwickeltes Milzbrandtoxin direkt in orale Melanome von fünf Hunden injiziert. Vier der Hunde zeigten eine deutliche Verkleinerung des Tumors oder zumindest eine stabile Erkrankung. Gewebeproben zeigten nach der Behandlung Tumor‑ und Gefäßnekrosen. Die Therapie wurde gut vertragen und verursachte keine systemischen Nebenwirkungen. Dieser Ansatz gilt noch als experimentell, aber vielversprechend für schwer behandelbare orale Melanome.
MicroRNA‑205
Bei Hunden mit malignem Melanom wurde ein experimenteller Ansatz getestet, bei dem eine künstlich hergestellte microRNA‑205 direkt in den Tumor injiziert wurde. MicroRNAs regulieren die Genexpression – dieser Wirkstoff sollte Tumorsuppressor‑Signalwege reaktivieren. Fünf von zehn behandelten Hunden erreichten eine vollständige Remission, drei eine stabile Erkrankung, und es traten keinerlei Nebenwirkungen auf. Die Ergebnisse zeigen, dass RNA‑basierte lokale Therapien beim Hund grundsätzlich antitumorale Effekte entfalten können.
Photodynamische Therapie (PDT)
In der modernen Tieronkologie gilt sie als eine Methode, um Tumore lokal zu zerstören, ohne das umliegende gesunde Gewebe massiv zu schädigen. Das funktioniert wie folgt:
- Der Photosensibilisator: Dem Hund wird ein spezieller Wirkstoff (z. B. ein Porphyrin-Derivat) injiziert. Das Besondere: Dieser Stoff reichert sich aufgrund des erhöhten Stoffwechsels und der porösen Gefäßstruktur bevorzugt in Tumorzellen an. Gesunde Zellen bauen den Stoff schneller wieder ab.
- Die Laser-Aktivierung: Nach einer bestimmten Wartezeit (wenn die Konzentration im Tumor am höchsten ist) wird das Areal mit Laserlicht einer ganz spezifischen Wellenlänge bestrahlt.
- Die Reaktion: Das Licht aktiviert den Wirkstoff im Inneren der Krebszelle. Dabei entsteht Singulett-Sauerstoff (hochreaktive Sauerstoffradikale). Dieser führt zur sofortigen Zerstörung der Tumorzellen von innen heraus und verschließt gleichzeitig die kleinen Blutgefäße, die den Tumor versorgen.
- WICHTIG! Lange Zeit war die PDT auf oberflächliche Tumoren beschränkt, doch das könnte sich bald ändern:
- Oberflächliche Tumoren: Für bestimmte Indikationen sind bereits sehr gute Ergebnisse dokumentiert, variieren jedoch je nach Fall und Technik. Zum Beisipel eingesetzt bei Plattenepithelkarzinomen (häufig bei hellhäutigen Hunden an Nase oder Ohren), Basalzellkarzinomen, oberflächlichen Mastzelltumoren.
- Tieferliegende Tumoren (Interstitielle PDT): Ein Ansatz der Forschung ist der Einsatz von feinen Glasfaserkabeln, die direkt in solide Tumoren (z. B. in der Mundhöhle oder im Nasengang) eingeführt werden. So kann das Laserlicht den Wirkstoff auch in der Tiefe aktivieren, wo herkömmliche Bestrahlung oft zu große Kollateralschäden verursachen würde.
Onkologische Viren – Biologische Infektion
Die Onkologischen Viren sollen durch die Tumorzerstörung das Immunsystem aktivieren. In Humanstudien werden genetisch veränderte Viren genutzt, welche sich ausschließlich in Krebszellen vermehren und diese so zum Platzen bringen (Lyse). Beim Platzen werden Botenstoffe frei, die das Immunsystem „aufwecken“. Es ist eine Kombination aus direkter Zerstörung und biologischer Alarmglocke. Wann hierzu auch erste Studien beim Hund erscheinen werden bleibt abzuwarten.
Prozessorientierte Tumortherapien
Signalwege blockieren
Aktuelle Übersichtsarbeiten konnten zeigen, dass viele Tumore beim Hund durch klar definierte Signalweg‑Dysregulationen angetrieben werden. Diese Veränderungen betreffen vor allem Rezeptor‑Tyrosinkinasen wie KIT, VEGFR2 oder PDGFR. Diese spielen zentrale Rollen in Proliferation, Angiogenese und Überleben von Tumorzellen. Deshalb werden sie als die therapeutischen Angriffspunkte verstanden, welche z.B. Tyrosinkinase‑Inhibitoren wie Toceranib oder Masitinib direkt ansteuern.
Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI)
Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind gezielte Tablettentherapien (wie Palladia oder Masivet). Sie blockieren eben jene Signalwege, die für das Tumorwachstum notwendig wären. Die veterinärmedizinische Onkologie profitiert hier unmittelbar von Erkenntnissen aus der Humanmedizin.
KPT-335/ SINE-Inhibitor/ XPO1 Blockade
In einer ersten Phase‑I‑Studie wurde der XPO1‑Inhibitor KPT‑335 bei 17 Hunden mit verschiedenen Tumorerkrankungen getestet. Die Behandlung war insgesamt gut verträglich, wobei vor allem milde gastrointestinale Nebenwirkungen auftraten. Besonders bei Hunden mit Lymphomen zeigte sich eine deutliche biologische Aktivität: Zwei Hunde erreichten eine partielle Remission, sieben weitere eine stabile Erkrankung, mit einem medianen krankheitsfreien Intervall von rund zwei Monaten. Diese Ergebnisse bestätigten, dass KPT‑335 ein wirksamer zielgerichteter Wirkstoff ist und legten die Grundlage für die nachfolgende Phase‑II‑Studie
In einer größeren Phase‑II‑Studie mit 58 Hunden mit B‑ oder T‑Zell‑Lymphomen zeigte der oral verabreichte XPO1‑Inhibitor KPT‑335 eine deutliche klinische Aktivität. Die objektive Ansprechrate lag bei 37 %, wobei Hunde mit T‑Zell‑Lymphomen besonders stark profitierten (71 % Ansprechrate). Die mediane Zeit bis zur Tumorprogression betrug 43 Tage bei zuvor unbehandelten Hunden und 24 Tage bei Hunden im ersten Rückfall. Die Behandlung war insgesamt gut verträglich, mit vorwiegend milden gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Anorexie oder Gewichtsverlust. Die Ergebnisse bestätigen, dass KPT‑335 ein wirksamer zielgerichteter Wirkstoff gegen Lymphome beim Hund ist und insbesondere für Kombinationstherapien ein vielversprechender Ansatz sein könnte.
Es existiert in vitro Forschung zu weiteren Tumor-Signalwegen und Blockade-Strategien, doch die klinische Studienlage ist bislang sehr begrenzt und belastbare Daten fehlen.
Metabolische Reprogrammierung
Tumorzellen bevorzugen oft die Glykolyse, also die Zuckerverbrennung, um ihre Energie zu gewinnen. Aktuelle Forschungsansätze überlegen daher, den Tumor metabolisch „auszuhungern“, indem man die Zuckeraufnahme blockiert oder die Zellen zwingt, auf weniger effiziente Energiequellen zurückzugreifen. Daraus abgeleitet werden auch verschiedene Auslass- oder Reduktionsdiäten diskutiert. Über Ernährungsansätze bei Krebs sprechen wir an späterer Stelle.
Eine Studie zu Hodentumoren beim Hund lässt zudem den Eisenstoffwechsel als möglichen neuen Angriffspunkt für zukünftige Therapien ins Blickfeld rücken. Denn das Ergebnis: Einige Tumore erhöhen die Eisenaufnahme (über TfR1), andere speichern mehr Eisen (FTH1) und wieder andere aktivieren Ferrtinophagie (NCOA4), um gespeichertes Eisen für das Tumorwachstum freizusetzen.
Neben dem veränderten Zuckerstoffwechsel und dem Eisenstoffwechsel, werden auch andere metabolische Mechanismen der Tumormikroumgebung untersucht – etwa Laktatprodutkion, Aminiosäureverbrauch, Lipidstoffwechsel oder Hyaluronsäure-Akkumulation. Doch bislang ist die Datenlage sehr dünn.
Retinsäure – bei hormonellen Tumoren
In einer randomisierten Studie an 42 Hunden mit Morbus Cushing führte Retinsäure zu einer deutlichen Senkung von ACTH, α‑MSH und des Cortisol/Kreatinin‑Urinverhältnisses. Gleichzeitig schrumpfte das Hypophysenadenom im MRT sichtbar und die klinischen Symptome besserten sich deutlich. Die Behandlung war gut verträglich und zeigte keine Hinweise auf Leberschädigung. Retinsäure stellt damit einen vielversprechenden neuen Therapieansatz für ACTH‑produzierende Hypophysentumoren dar.
Blutdruckmedikament Losartan bei Krebs
Zum Blutdruckmedikament namens Losartan zeigte eine Studie, dass es in hoher Dosierung die Ausbreitung von Osteosarkomen verlangsamen kann. In Kombination mit dem Krebsmedikament Toceranib stabilisierte sich der Krankheitsverlauf bei der Hälfte der Hunde mit Lungenmetastasen. Die Behandlung wurde gut vertragen und gilt ebenfalls als vielversprechender neuer Ansatz.
Immuntherapie: Immunsystem stärken, trainieren, anschubsen
Ein weiterer Therapieansatz ist die Immuntherapie. Beispielsweise werden – ähnlich wie in der Humanmedizin – z.B. monoklonale Antikörper eingesetzt, die das Immunsystem des Hundes dazu befähigen, Krebszellen wieder als „fremd“ zu erkennen und zu vernichten. Zudem hat die Forschung Blutmarker identifiziert, welche anzeigen könnten, ob ein Hund auf eine Immuntherapie anspricht. Es zeigte sich, dass Entzündungsmarker wie COX‑2 oder CRP während der Therapie bereits Rückschlüsse auf den Behandlungserfolg geben könnten. Im Folgenden werfen wir mal einen Blick auf verschiedene Ansätze, die grob der Immuntherapie zugeordnet werden können:
Monoklonale Antikörpertherapie
Monoklonale Antikörper sind in der Humanmedizin längst etabliert, beim Hund aber noch relativ neu. Erste Studien zeigen jedoch, dass solche zielgerichteten Therapien auch in der Veterinäronkologie funktionieren können. Besonders interessant ist ein hundespezifischer Anti‑CD20‑Antikörper, der bei Hunden mit diffusem großzelligem B‑Zell‑Lymphom getestet wurde.
Der Antikörper führte zu einer deutlichen und langanhaltenden Reduktion der B‑Zellen im Blut, während T‑Zellen unbeeinflusst blieben. Die Behandlung wurde gut vertragen, und viele Hunde erreichten eine komplette Remission. Auch wenn noch unklar ist, wie stark sich diese Therapie langfristig auf das Überleben auswirkt, zeigt die Studie, dass Antikörpertherapien beim Hund grundsätzlich wirksam und sicher sein können – ein wichtiger Schritt für zukünftige Immuntherapien.
Immun-Checkpoint-Inhibition
Sowohl beim Menschen als auch bei Tieren erfolgversprechend und in der Tiermedizin aktuell intensiv untersucht sind Immun-Checkpoint-Inhibitoren wie Anti-PD-1 und Anti-CTLA-4. Sie blockieren „Bremsmechanismen“ des Immunsystems, welche der Tumor aktiviert, um der Erkennung und Zerstörung durch Immunzellen zu entkommen. Der Einsatz von Immun-Checkpoint-Inhibitoren soll dazu führen dazu, dass die T-Zellen des Körpers wieder aktiv werden und Tumorzellen angreifen können. Das Immunsystem wird also mittels Antikörper, gezielt stimuliert und aktiviert.
Erste klinische Versuche bei Hunden zeigen positive Effekte bei melanomatischen Tumoren und der Behandlung mit Anti-PD-1-Antikörpern. Dazu existieren mehrere kleine Studien, in denen Anti‑PD‑1‑ oder Anti‑PD‑L1‑Antikörper bei Hunden das Tumorwachstum (maligner) Melanome verlangsamen oder stabilisieren konnten. So wurden in klinischen Untersuchungen Tumorverkleinerungen und Krankheitsstabilisierungen beobachtet – bei gleichzeitig guter Verträglichkeit.
Noch ist die Behandlung experimentell, aber die Ergebnisse zeigen, dass Hunde grundsätzlich auf diese modernen Immuntherapien ansprechen können. Jedoch ist die Anwendung dieser Therapie noch nicht flächendeckend zugelassen und es fehlen Studien zum Einsatz bei anderen Tumorarten.
Therapeutische Impfstoffe/ Krebs-Vakzinierung
Es gibt mittlerweile auch Impfstoffe (z. B. gegen das Osteosarkom), die dem Hund nach der Operation oder zur Chemotherapie begleitend gespritzt werden. Dabei geht es darum durch Antigenpräsentation das Immunsystem zu aktivieren. Neue internationale Leitlinien zum Osteosarkom beim Hund betonen, dass therapeutische Impfstoffe ein wachsendes Forschungsfeld sind. Sie sollen das Immunsystem darauf trainieren, verbliebene Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören
- Tel‑eVax ist eine genetische Krebsimpfung, die die Telomerase des Tumors als Ziel nutzt. In einer Studie mit 17 Hunden mit B‑Zell‑Lymphom verlängerte die Kombination aus Tel‑eVax und CHOP‑Chemotherapie das Überleben deutlich und war gut verträglich. Die meisten Hunde entwickelten eine messbare Immunantwort gegen das Zielantigen. Die Ergebnisse bestätigen, dass Tel‑eVax ein vielversprechender immunologischer Ansatz bei der Behandlung von Lymphomen beim Hund ist.
- Personalisierte Impfstoffe: Verfahren wie ECI® kombinieren eine autologe Vakzine (aus dem eigenen Tumor des Hundes) mit Zelltherapie, um eine zielgerichtete Immunantwort zu erzeugen.
- Eine autologe Krebsimpfung (APAVAC®), die aus dem eigenen Tumorgewebe des Hundes hergestellt wird, kann das Immunsystem gezielt gegen B‑Zell‑Lymphome aktivieren. In einer großen Studie über fünf Jahre lebten Hunde, die zusätzlich zur CHOP‑Chemotherapie APAVAC erhielten, im Median fast doppelt so lange wie Hunde mit Chemotherapie allein. Besonders stark profitierten Tiere mit fortgeschrittener Erkrankung oder erhöhtem LDH‑Wert. Die Impfung war soweit gut verträglich.
- Bei Hunden mit Gliomen wurde eine experimentelle mRNA‑Impfung getestet, die das Immunsystem gezielt gegen den Hirntumor aktivieren sollte. Die Behandlung war gut verträglich und führte zu einer deutlichen Immunreaktion im Tumorgewebe. Die Überlebenszeit der behandelten Hunde war länger als in historischen Vergleichsdaten. Die Ergebnisse zeigen, dass mRNA‑Impfstoffe ein vielversprechender Ansatz für zukünftige Therapien sein könnten.
NK-Zelltherapie: Killerzellen
In einer ersten Studie konnten bei Hunden natürliche Killerzellen aus normalem Blut erfolgreich vermehrt und als Immuntherapie eingesetzt werden. Die Behandlung war sicher und zeigte erste Hinweise auf Wirksamkeit bei Hunden mit Melanom oder Osteosarkom. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass NK‑Zelltherapien künftig eine neue Option in der Veterinäronkologie werden könnten.
Immunaktivatoren: Zytokine
Zytokine sind körpereigene Botenstoffe des Immunsystems, die steuern, wie Immunzellen wachsen, sich aktivieren, miteinander kommunizieren und auf Krankheitssignale reagieren. Sie wirken nicht direkt auf Tumorzellen, sondern verändern das Verhalten von Immunzellen wie T‑Zellen, NK‑Zellen oder Makrophagen. Bei Krebs werden Zytokine genutzt, um eine zu schwache oder unterdrückte Immunantwort wieder anzukurbeln.
IL-15
IL‑15 wird erforscht, weil es die Aktivität natürlicher Killerzellen steigern kann – ein Mechanismus, der sowohl in der Human‑ als auch in der Veterinäronkologie als vielversprechend gilt. Eine aktuelle Phase-1-Studie (2022–2025) zeigte, dass inhaliertes Interleukin-15 (IL-15) bei Hunden mit Lungenmetastasen (aus Osteosarkomen oder Melanomen) Immunantworten stimulieren kann. Neben stabilen Verläufen kam es sogar zu einer partiellen und einer vollständigen Remission, die über ein Jahr anhielt.
IL-12 (JEN-101)
In einer aktuellen Phase‑I‑Studie wurde ein neuartiger, lokal injizierbarer IL‑12‑Immuntherapie‑Ansatz (JEN‑101) bei Hunden mit fortgeschrittenem malignem Melanom untersucht. Dabei wird IL‑12 an Aluminiumhydroxid gebunden, um den Wirkstoff länger im Tumor zu halten und systemische Nebenwirkungen zu reduzieren. Die Behandlung war insgesamt gut verträglich; beobachtet wurden vor allem Fieber, Müdigkeit und gelegentlich erhöhte Leberwerte. Mehrere Hunde zeigten deutliche biologische Aktivität: erhöhte IFN‑γ‑Spiegel, verstärkte T‑Zell‑Infiltration im Tumor und eine proinflammatorische Genaktivierung in den behandelten Läsionen. Das mediane Überleben lag bei 164 Tagen und damit über historischen Vergleichswerten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass lokal verabreichtes, „verankertes“ IL‑12 ein vielversprechender immuntherapeutischer Ansatz für das canine Melanom ist.
Eine aktuelle klinische Studie mit 77 Hunden untersuchte die Kombination aus Elektrochemotherapie und IL‑12‑Gen‑Elektrotransfer. Besonders die intratumorale IL‑12‑Applikation führte zu einer deutlich besseren lokalen Tumorkontrolle, längeren krankheitsfreien Intervallen und einer messbaren systemischen Aktivierung antitumoraler Immunzellen. Die Behandlung war gut verträglich und verursachte keine schweren Nebenwirkungen. Die Daten zeigen, dass IL‑12‑basierte Immunstimulation – insbesondere in Kombination mit lokalen Verfahren wie ECT – das therapeutische Potenzial deutlich erhöhen kann.
ERNÄHRUNG ALS MEDIZIN
Kein Baustein beeinflusst das Mikrobiom so stark wie die tägliche Ernährung. Beim Menschen zeigte sich bereits in mehreren Forschungsarbeiten, egal welche Supplemente, Prä- oder Probiotika eingenommen werden – mit Absetzen dieser verändert sich auch das Mikrobiom wieder. Und da wir schon festgestellt haben, das unsere Hund uns ähnlicher sind als gedacht, lässt sich zumindest festhalten, wer dauerhafte Veränderungen und nachhaltigen Erfolg sucht, muss auch die Ernährung in den Fokus nehmen.
Ein weiterer Zusammenhang, weshalb die Ernährung von enormer Bedeutung ist, geht aus einer Studie von 2019 hervor. Diese untersuchte die Lipid- und Stoffwechselprofile von Hündinnen mit Mammakarzinomen und deren Zusammenhang mit Körperkondition und Tumormalignität. Dabei wurde festgestellt, das übergewichtige und adipöse Hunde sowohl höhere Bluttfett- (Triglzeride, VLDL), Eiweiß-.(Albumin, Globulin) und Laktatwerte hatten als auch aggressivere Tumore aufwiesen.
Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA)
Fangen wir mit Omega-3-Fettsäuren an. Diese enthalten EPA und DHA. Dazu geben Studien aus dem Humanbereich sowie erste Modellstudien Hinweise, dass eine Supplementierung während der Chemotherapie helfen kann, Gewicht und Muskelmasse zu halten sowie die Verträglichkeit der Krebstherapie zu verbessern.
Eine weitere randomisierte Studie zeigt ebenfalls, dass Interventionen – in diesem Fall eine spezielle proteinreiche, Omega‑3‑ergänzte Diät – zwar das Wohlbefinden verbessern können, jedoch ohne Einfluss auf Tumorbiologie oder Entzündungsmarker.
Metabolische, kohlenhydratarme bis ketogene Diäten
Von metabolischen, kohlenhydratarmen bis ketogenen Diäten, sorry, aber belastbare Daten oder Studien gibt es bisher nicht. Eine kohlenhydratarme, aber faserstoffreiche Diät („Keto-analog“) soll das Mikrobiom stützen und den Tumor (der meist von Glukose lebt) metabolisch unter Druck setzen. Da Ballaststoffe z. B. Bakterien fördern, welche entzündungshemmende Stoffe wie Butyrat bilden, könnte so – im Verlauf einer Krebserkrankung – auch das Immunsystem unterstützt werden.
Onko-Diät + Ernährungumstellung
Zur Onko-Diät hingegen gibt es bereits eine kleine randomisierte, doppelblinde Pilotstudie. Diese untersuchte eine proteinreiche Onkodiät über 51 Tage, angereichert mit Glutamin sowie EPA/DHA, bei Hündinnen mit Mammatumoren nach Mastektomie. Das Ergebnis: Weder Entzündungsmarker (TNF‑α, IL‑6, IL‑10, CRP) noch die Körperzusammensetzung wurden durch die Diät beeinflusst. Die beobachteten Unterschiede in Muskel‑ und Fettanteil bestanden bereits vor Studienbeginn.
Diese Studie wiederlegt die Wirkung einer speziellen Onko-Diät, aber eine für mich viel relevantere Frage stellt sie nicht: Die nach der Ausgangslage. Ob Hunde die mit mehr Muskelmasse und weniger Körperfett gestartet sind generell schon niedrigere Entzündungswerte aufweisen. Obwohl die Daten dafür vorlagen, wurde diese Analyse nicht durchgeführt und leider lassen sich die Daten für mich nicht einsehen. Damit bleibt offen, ob die körperliche Ausgangskondition eines Hundes den Entzündungsstatus beeinflusst. Dabei wäre dieser Aspekt im Sinne der Vorsorge von immensem Wert.
PHYTOTHERAPIE, NAHRUNGSERGÄNZUNG & INTEGRATIVE ONKOLOGIE
Im Gebiet der Phyto- und Nährstofftherapeutika geht es mal um die Therapie und mal um die Prävention. Ich habe mich entschieden den diskutierten phytotherapeutischen und natürlichen Wirkstoffen ein eigenes Kapitel zu widmen, jedoch nur jene aufzunehmen – zu denen tatsächlich Nachweise und Studienergebnisse vorliegen. vorab möchte ich Euch jedoch eine kleine Einführung in die Phytotherapie, Nahrungsergänzung und integrative Onkologie geben.
Eine ethnoveterinärmedizinische Übersicht aus Kanada zeigt, dass zahlreiche Heilpflanzen bei Haustieren mit chronischen Erkrankungen – darunter auch Krebs – verwendet werden und dass moderne Forschung für einige dieser Pflanzen biologische Wirkungen bestätigt. Die Übersicht betont jedoch, dass es bislang kaum klinische Daten zur Wirksamkeit dieser Pflanzen bei Hunden gibt. Viele der genannten Pflanzen zeigen in Labor- oder Tiermodellen antitumorale oder immunmodulierende Effekte, doch ihre Anwendung in der Kleintieronkologie gilt weiterhin als experimentell.
Entzündungshemmung, Immunmodulation vs. Heilung
Bei Hunden und Katzen mit Tumorerkrankungen werden traditionell laut einigen Übersichtsarbeiten verschiedene Pflanzen eingesetzt und auch weitere Empfehlungen habe ich während meiner Recherchen gefunden – alle – so hieß es – mit entzündungshemmenden, immunmodulierenden oder antioxidativen Eigenschaften. Allerdings ging es bei den meisten eher darum, Nebenwirkungen während der Therapie zu mildern.
Wichtig: In der seriösen Wissenschaft spricht man bei Pflanzenstoffen nicht von „Heilung“, sondern von Chemosensibilisierung (macht den Tumor anfälliger für Therapie) oder Metastasierungshemmung. Inwieweit tatsächlich Forschung und Nachweise dazu vorhanden sind, dazu später mehr.
Zwischen Markt und Marketing – Smaler Grad zwischen Wirkung & Wirksamkeit
Die Hoffnung auf hilfreiche Phytotherapeutika, Supplements, Nahrungsergänzung ist groß – wäre es doch eine vermeintlich schonende und natürliche Lösung zur Therapie. Doch wie es Paracelsus schon wusste, die Dosis macht das Gift – und so haben auch Pflanzen Neben- und Wechselwirkungen. Wer also die Kraft der Natur nutzen will, sollte sich auskennen und vorher ausgiebig schlau machen, denn die Natur hat es so eingerichtet, das gewisse Substanzen gebunden sind. Führen wir uns oder unseren Tieren Reinsubstanzen zu, besteht die Gefahr von Überdosierung – was nicht nur bei toxischen Stoffen – den Stoffwechsel oder Herz-Kreislauf in eine lebensgefährliche Krise treiben kann.
Darüber hinaus möchte ich auf eine randomisierte Studie zu Mastzelltumoren verweisen, die sehr deutlich zeigt: Prednisolon kann einen Tumor sichtbar schrumpfen lassen, ohne dass sich die Tumorzellen selbst verändern. Der Tumor wirkt kleiner, bleibt aber biologisch aktiv und potent. Dieses Beispiel hat auf den ersten Blick zwar nichts mit unserem Abschnitt zu tun, was ich Euch damit aber erläutern möchte ist, dass eine Größenveränderung – egal ob durch Medikamente, pflanzliche Wirkstoffe oder Nahrungsergänzung – nicht automatisch als Zeichen für Heilung gewertet werden darf.
Kritische Bewertung & Vorsichtsmaßnahmen
- Interaktionen: Antioxidantien können die Wirkung bestimmter Chemotherapien abschwächen. Eine Supplementierung muss daher zwingend mit dem behandelnden Onkologen abgestimmt werden.
- Qualität: Die Wirksamkeit z.B. von Grüntee- oder Schwefelpräparaten hängt massiv von der Reinheit und der bioverfügbaren Form ab (z. B. liposomale Aufbereitung).
PHYTOPOWER IM CHECK: WIRKSTOFFE UND PFLANZENKRAFT, WER KANN WIRKLICH WAS?
Es fehlt an Forschung und viele Übersichtsartikel und Empfehlungen zu bei Krebs eingesetzten Pflanzen sind, trotz biologischer Ähnlichkeiten, beim Hund als schwierig zu bewerten. Die Nachweise fehlen, mehr noch – in einigen Fällen fehlten sogar die Indizien, also bislang noch viele leere Worte. Da es viel zu weit geführt hätte, alle gefundenen Substanzen aufzuführen – auch die widerlegten oder gar nicht auffindbaren?! – beschränke ich meine folgende Übersicht auf die größten Hoffnungsträger für Hunde aus Markt und Forschung:
Curcumin (aus Curcuma longa)
Curcumin greift in den NF-κB-Signalweg ein, der Entzündungen und Zellüberleben steuert und könnte so die Apoptose (den programmierten Zelltod) von Tumorzellen fördern. Es gibt allerdings ein in mehreren Studien genanntes Problem: die Bioverfügbarkeit. Seriöse Quellen verweisen auf liposomale Formulierungen oder die Kombination mit Phospholipiden, da reines Pulver kaum im Blut ankommt. Die Studienlage sieht wie folgt aus:
In einer in‑vitro‑Studie zeigte Curcumin deutliche antitumorale Effekte auf primäre canine Mammatumorzellen. Die Forscher isolierten Tumorzellen aus zwei verschiedenen histologischen Subtypen (ein einfaches Karzinom und ein Plattenepithelkarzinom) und fanden, dass Curcumin das Zellwachstum in beiden Fällen hemmte. Die Sensitivität unterschied sich jedoch, Zellen des einfachen Karzinoms reagierten stärker, als Zellen des Plattenepithelkarzinoms. Zusätzlich löste Curcumin in beiden Zellpopulationen programmierte Zelltodprozesse aus und stoppte die Zellteilung. Die Studie zeigt damit, dass Curcumin grundsätzlich antitumorale Aktivität gegenüber kaninen Mammatumorzellen besitzt, die Wirksamkeit jedoch vom Tumortyp abhängen kann. Wichtig ist hier, die invivo Forschung fehlt noch.
Curcumin-Analog (synthetisch)
Um die seit über einem Jahrzehnt bekannte geringe Bioverfügbarkeit von natürlichem Curcumin zu lösen, wurde nach einem synthetischem Analog gesucht. Bereits 2011 belegten erste Grundlagenstudien (Fossey et al.), dass strukturoptimierte Analoga wie FLLL32 das Potenzial haben, den für das Osteosarkom entscheidenden STAT3-Signalweg direkt zu blockieren und den programmierten Zelltod einzuleiten. Während diese frühen Laborergebnisse an caninen Krebszellen den Weg ebneten, zeigt die aktuelle Forschung 2026, dass der Sprung vom Reagenzglas zum lebenden Hund weiterhin die größte Hürde bleibt.
Ähnlich ist es mit RL71. Auch RL71 ist ein synthetisches Curcumin‑Analog, welches in Studien starke Wirkung auf zwei canine Osteosarkomzelllinien zeigte. Die Autoren weisen darauf hin, das bereits sehr niedrige Konzentrationen das Tumorwachstum deutlich reduzieren, die Zellteilung stoppen und Apoptose auslösen könnten. Jedoch ist dies wieder nur eine reine Laborbeobachtung und noch ohne klinische Daten. Die wirksamen Konzentrationen lagen jedoch in einem Bereich, der in Tiermodellen nach oraler oder intravenöser Gabe zumindest erreichbar wäre.
Lipocuc (liposomales Curcumin)
Als weiteren Ansatz zur Problemlösung der Bioverfügbarkeit, testete man in Studien eine liposomale Form: Lipocurc™ (liposomales Curcumin). Es zeigte in vitro eine Hemmung der Lebensfähigkeit von Knochenkrebs-, Melanom- und Gesäugetumorzellen, wurde bereits in klinischen Pilotstudien bei Hunden intravenös getestet. Weitere Studien zeigten zwar eine wachstumshemmende Wirkung auf verschiedene canine Tumorzelllinien sowie anti‑angiogene Effekte in vitro, allerdings erst bei Konzentrationen, die deutlich über den in Hunden erreichbaren Gewebespiegeln liegen.
In einer kleinen Pilotstudie mit zehn Hunden mit pulmonalen Neoplasien zeigten einige Tiere eine stabilie Erkrankung, es wurden keine objektiven Tumorremissionen beobachtet. Allerdings kam es zu Nebenwirkungen wie Anämien, Erbrechen, allergischen Reaktionen und auch ein Zusammenhang zum Tod von zwei Hunden kann nicht ausgeschlossen werden.
Curcumin (aus Curcuma longa) + Rosmarin
In einer Laborstudie an Hundekrebs‑Zelllinien wurde festgestellt, dass Kurkumaextrakt und Rosmarinextrakt das Wachstum von Tumorzellen hemmen können. Besonders wirksam war die Kombination beider Pflanzenstoffe: Sie löste deutlich mehr programmierten Zelltod aus als jeder Extrakt allein. Rosmarin erhöhte zudem die Aufnahme von Curcumin in die Zellen, was die Wirkung verstärkte.
Beide Extrakte wirkten antioxidativ und beeinflussten Signalwege, die an der Apoptose beteiligt sind. Diese Ergebnisse stammen jedoch ausschließlich aus Zellkulturversuchen; klinische Daten bei Hunden liegen nicht vor.
Kombiniert, gegen mehrere Krebsarten wirksam (in vitro)
In einer weiteren Studie wurden fünf pflanzliche Extrakte – Kurkuma‑Extrakt (Curcuminoide), Rosmarin‑Extrakt (Carnosinsäure), Grüntee‑Extrakt (EGCG), Granatapfel‑Extrakt (Punicalagine) und Schwarzer‑Pfeffer‑Extrakt (Piperin) – an drei caninen Tumorzelllinien getestet: einem Mastzelltumor (C2), einem Mammakarzinom (CMT‑12) und einem Osteosarkom (D17).
In allen drei Zelllinien zeigte Kurkuma die stärkste wachstumshemmende Wirkung, gefolgt von Rosmarin. Die Kombination beider wirkte auch hier in allen drei Tumortypen synergistisch, ermöglichte niedrigere Konzentrationen beider Stoffe. Grüntee, Granatapfel, Schwarzer Pfeffer hemmten das Zellwachstum ebenfalls, allerdings erst in höheren Konzentrationen. Normale canine Dermalfibroblasten wurden durch die getesteten Konzentrationen nicht geschädigt.
Vitalpilze
Vitalpilze werden besonders von Therapeuten und Tierhaltern immer häufiger eingesetzt, sie haben verschiedene Wirkweisen und Anwendungsgebiete, können das Immunsystem modulieren. Um diesen Hinweis nicht bei jedem Pilz einzeln zu vermerken, ob Pflanze, Wirkstoff oder Pilz: Nur, weil ein Pilz im Labor in der Lage war, gegen Krebszellen vorzugehen, lässt sich daraus noch nicht ableiten, das dies auch bei der Einnahme durch einen an Krebs erkrankten Hund so funktionieren wird. Folgende Pilze werden diskutiert:
Maitake
Ein Extrakt aus dem Maitake‑Pilz zeigte in Laborversuchen eine deutliche Wirkung gegen verschiedene canine Krebszelllinien. Der Extrakt hemmte das Zellwachstum oder führte direkt zum Absterben der Zellen. Ähnliche Effekte wurden auch bei einigen humanen Krebszelllinien beobachtet. Andere Beta‑Glucan‑Produkte hatten diese Effekte nicht. Die Ergebnisse stammen aus Zellkulturversuchen und weisen auf ein potenzielles antitumorales Potenzial der Maitake hin.
Jedoch zeigt eine der wenigen klinischen Studien zum Pilz Maitake, dass sich diese Wirkung in der klinischen Anwendung beim Hund nicht bestätigt hat. In dieser Untersuchung erhielten 15 Hunde mit intermediärem oder hochgradigem Lymphom Maitake‑PETfraction als alleinige Therapie. Trotz guter Verträglichkeit zeigte kein Hund eine objektive Tumorverkleinerung, und die meisten Tiere entwickelten bereits innerhalb der ersten vier Wochen eine Krankheitsprogression.
Coriolus versicolor (Schmetterlingstramete)
Durch die enthaltenen Wirkstoffe Polysaccharid-K (PSK) und Polysaccharid-Peptid (PSP) wird davon ausgegangen, das er die Immunantwort modulieren und die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) stärken kann. Allerdings ist die Studienlage für diesen Pilz gespalten: Kleine Studien und Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Coriolus-Extrakte bei Hunden ohne konventionelle Chemo, die Überlebenszeiten erhöhen könnten.
Eine aktuelle prospektive Studie mit 101 Hunden zeigte jedoch, dass das Polysaccharopeptid aus Coriolus versicolor (I’m-Yunity/PSP) weder als Einzeltherapie noch in Kombination mit Doxorubicin das Überleben von Hunden mit splenischem Hämangiosarkom verbessert. Im Gegenteil: Weibliche Hunde, die ausschließlich PSP erhielten, hatten sogar eine signifikant verkürzte Überlebenszeit. Die Studie widerlegt damit frühere Pilotdaten und zeigt, dass PSP derzeit keine evidenzbasierte Option in der Tumortherapie des Hundes darstellt.
Chaga-Pilz
Ein Extrakt aus dem Chaga‑Pilz zeigte in Laborversuchen deutliche Effekte gegen Organoide von Hundeblasenkrebs. Der Extrakt hemmte das Zellwachstum, stoppte den Zellzyklus und reduzierte wichtige Stammzellmarker. Zudem verstärkte Chaga die Wirkung gängiger Chemotherapeutika wie Vinblastin, Mitoxantron und Carboplatin. Weitere Untersuchungen an caninen Krebszelllinien bestätigen diese Ergebnisse: Auch hier hemmten Chaga‑Extrakte das Wachstum von Osteosarkom‑ und Histiozytomzellen, und in Kombination mit ausgewählten Mikroalgenextrakten zeigte sich sogar eine deutliche Synergie. Ergebnisse aus klinischen Studien gibt es noch nicht.
TCM Substanzen [Testsieger Shibe-ria]
Eine weitere Studie testete 39 traditionelle chinesische Arzneimittel und Kräuterextrakte an Hundeblasenkrebs-Organoiden: Ginseng [Wurzel von Panax ginseng], Adenophora Root [Wurzel einer Glockenblumenart], Gypsum [Mineral (Calciumsulfat)], Crataegus Fruit [Weißdornfrucht], Cat Whiskers Plant [Java‑Tee], Chicken’s Gizzard‑skin [Getrocknete Magenhaut des Huhns], Barbated Skullcap Herb [Scutellaria barbata], Oyster Shell [Kalziumreiche Muschelschale], Hedyotis diffusa [Kraut], Turmeric [Curcuma longa], Lonicera Flower [Geißblattblüte], Stiff Silkworm [Getrocknete Seidenraupe], Citrus unshiu Peel [Mandarinen‑Schale], Turtle Shell [Schildkrötenpanzer], Orange Fruit [Reife Zitrusfrucht], Immature Orange Fruit [Unreife Zitrusfrucht], Trichosanthes Seed [Samen der Schlangengurke], Pueraria Flower [Blüte der Kudzu‑Pflanze], Ligustrum Fruit [Frucht von Ligustrum lucidum], Suberect Spatholobus Stem [Kletterpflanze], Chrysanthemum Flower [Chrysanthemenblüte], Lycium Fruit [Goji‑Beere], D3 (Shibe‑ria = Mischung aus Chaga + Notoginseng] sowie die TCM-Mischpräparate: Tsu‑rin, Sei‑shin, Ji‑jun, Soku‑fu, Sei‑ki, Tsu‑raku, Nei-shin, San-sen, Jun-ka, Gen-ki, Kai-gen, Tokaku‑joki‑to, Juzen‑taiho‑to, Egg Capsule of Mantid, Ro‑ka
Von allen in der Studie getesteten Mitteln, war als einziges D3 [Shibe-ria], die Mischung aus Chaga und Notoginseng wirksam. Notoginseng allein wirkte nicht und auch die verschiedenen Heilkräutermischungen und Toniken blieben wirkungslos.
Artemisinin (aus dem Einjährigen Beifuß)
- Wirkweise: Artemisinin reagiert mit hohen Eisenkonzentrationen, die oft in Krebszellen (aufgrund ihres schnellen Wachstums) vorhanden sind. Dabei entstehen freie Radikale, die die Krebszelle von innen zerstören.
- Studienlage: In einer retrospektiven Studie erhielten Hunde und Katzen nach ihrer jeweiligen Standardtherapie zusätzlich Artemisia annua (Luparte®) sowie eine Eisensupplementierung, da Artemisinin nur in Gegenwart von Eisen aktiviert wird. Artemisia wurde nicht als alleinige Tumortherapie, sondern ausschließlich als Add‑on eingesetzt. Einige Tiere der Artemisia‑Gruppe überlebten länger als 18 Monate, während dies in der Kontrollgruppe nicht vorkam.
- Erfahrungsberichte/Praxis: Es gibt ein paar Erfahrungsberichte, beschriebene Einzelfälle, in denen diese Pflanze als Pulver in Kapseln eingenommen unterstützend nach der chirurgischen Tumorentfernung wirkte, vollständige Remmissionen und längere Phasen ohne Rückfälle verzeichnete.
Mistel (Viscum album)
Mistel wird in der Humanmedizin seit Jahrzehnten als ergänzende Krebstherapie genutzt. Vor allem wegen ihrer bioaktiven Komponenten wie Lektinen (ML-1, ML-2, ML-3), Viskotoxine, Flavonoide und weiteren sekundären Pflanzenstoffen zeigt sie immunstilende, tumorhemmende und lebensqualitätsteigernde Effekte mit geringen Nebenwirkungen. Klinische Studien beim Menschen zeigten zudem auch die Reduktion therapiebedingter Nebenwirkungen und in einigen Fällen verlängerte Überlebenszeiten. Für Hunde allerdings existieren nur wenige Daten, wobei erste klinische Daten auf mögliche Vorteile bei bestimmten Tumorarten hindeuten. Nebenwirkungen sind meist mild, entsprechen typischen Immunreaktionen.
In einer Studie mit 26 Hunden, die wegen oralen malignen Melanoms bestrahlt wurden, lebten jene Tiere deutlich länger, wenn sie zusätzlich Mistelpräparate erhielten. Die mediane Überlebenszeit stieg von 49 auf 236 Tage. Ob die Anwendung von Mistel für Hunde einen reinen AD-ON Nutzen hat oder gar selbst tumorreduzierende Wirkung entfalten kann, muss in weiteren Studien erst herausgefunden werden.
Resveratrol
Resveratrol ist ein natürlich vorkommender Pflanzenstoff aus der Gruppe der Polyphenole. Pflanzen bilden ihn, um sich vor Stress, UV‑Strahlung, Pilzen oder Verletzungen zu schützen. Für den Organismus wirkt er antioxidativ, zellschützend und kann verschiedene Signalwege beeinflussen, die auch in der Krebsbiologie eine Rolle spielen. Resveratrol steckt nur in wenigen Pflanzen, und die Mengen unterscheiden sich stark. Eine Pflanze mit besonders hohem Resveratrolgehalt ist der Japanische Staudenknöterich (Polygonum cuspidatum). Auch Maulbeeren (Mulberries) enthalten moderate Mengen, geringe bis sehr geringe Mengen finden sich in Erdnüssen, Heidelbeeren, Cranberries, Preiselbeeren, Himbeeren. Trauben wären eigentlich eine starke Quelle, sind für Hunde jedoch giftig und daher ausgeschlossen. Wichtig: Der Japanische Staudenknöterich, als pflanzliches Therapeutikum wurde bisher nur in vitro und in vivo an Mäusen untersucht, es fehlen also belastbare Daten zur in vivo Wirksamkeit bei Hund und Mensch.
Zurück zu Resveratrol direkt: Eine aktuelle Studie an Zellen des oralen Melanoms beim Hund zeigt, dass Resveratrol diese Tumorzellen in einen stärker differenzierten, weniger aggressiven Zustand zurückversetzen kann. Die Zellen wurden dadurch empfindlicher gegenüber Cisplatin (Chemotherapeutikum), ohne dass Resveratrol selbst zellschädigend wirkte. Verantwortlich dafür war unter anderem die Hemmung des JNK‑Signalwegs und die deutliche Aktivierung des Differenzierungsmarkers MITF.
Maulbeerblätter
Maulbeerblätter sind als Lieferanten für Resveratrol nicht interessant, aber sie wurden auch in einer Studie an 15 älteren, übergewichtigen Hunden über 12 Wochen untersucht. Dort führten sie zu einer signifikanten Senkung des Body-Condition-Scores (BCS) und zu niedrigeren Blutzuckerwerten im Vergleich zur Placebogruppe. In der Studie sank das Körpergewicht nur leicht, während das Körperfett reduziert wurde. Aus den niedrigeren Glukosewerten lies sich eine anti-diabetische Wirkung ableiten. Im Darmmikrobiom wurde eine erhöhte Häufigkeit von Papillibacter cinnamivorans festgestellt, einem Bakterium, welches mit anti-entzündlichen Effekten in Verbindung gebracht wird. Nur in der Hochdosisgruppe (100mg/kg) sank der Cortisolspiegel und PTX3 (ein entzündliches Gen), während entzündungshemmende immunregulierende Gene (PDCD1, TNFRSF1B, RUNX3, TICAM1, CDKN1A) stiegen. Zwar geht es hierbei nicht um Krebstherapie direkt, aber im Sinne des Wohlbefindens, der Unterstützung von Stoffwechsel und Immunsystem sowie der Prävention durch Verringerung der Risikofaktoren könnten Maulbeerblätter in Zukunft einen sinnvollen Einsatz leisten.
Grünteeextrakte (EGCG)
Auch Grünteeextrakte werden in ihrer Wirkung gegen Krebs bei Hunden sowohl in in-vitro als auch in Modellstudien erforscht. Dabei geht es um den Hauptwirkstoff das Catechin Epigallocatechin-3-gallat (EGCG), welcher in zahlreiche Signalwege eingreift (z. B. EGFR, STAT3, NF-κB), die das Überleben und die Vermehrung von Krebszellen steuern, zudem die Angiogenese (Neubildung von Blutgefäßen für den Tumor) beeinflussen. In Zelllinien/Modellen wurde nachgewiesen, dass EGCG die Wirksamkeit herkömmlicher Chemotherapeutika verstärken kann, indem es die Akkumulation von Medikamenten in resistenten Krebszellen erhöht.
Allerdings zeigt eine andere Studie, dass die Verabreichung von Grünteeextrakten bei nüchternen Hunden zu schweren Nebenwirkungen, Organveränderungen und zahlreichen Todesfällen führen kann, sodass die Langzeitstudie abgebrochen werden musste. Unter gleichzeitiger Futteraufnahme war die Aufnahme des Extrakts geringer, die Toxizität weniger ausgeprägt, aber dennoch vorhanden. Der Einsatz von Grüntee-Extrakten beim Hund birgt demnach erhebliche Risiken.
SB-Injektion mit Extraktkomplex
Die sogenannte SB‑Injektion, eine Kombination aus Extrakten von Pulsatilla koreana, Panax ginseng und Glycyrrhiza glabra, wurde in einer Laborstudie an Krebszellen von Hunden untersucht. Dabei zeigte sich, dass diese Pflanzenmischung das Wachstum von Osteosarkom‑ und Melanomzellen deutlich hemmen kann. Sie stoppte die Zellteilung und erhöhte die Rate des programmierten Zelltods. Gesunde Immunzellen wurden dagegen nicht geschädigt. In Kombination mit Chemotherapeutika verstärkte die SB‑Injektion deren Wirkung. Diese Ergebnisse stammen jedoch ebenfalls ausschließlich aus Zellkulturversuchen; klinische Daten bei Hunden gibt es bisher nicht
Schwefelverbindungen
Schwefel ist essenziell für die Entgiftung und den Zellschutz. In der Krebstherapie stehen zwei Formen im Fokus der Forschung:
- Sulforaphan (aus Brokkoli-Extrakt): Eine stärkere Datenlage gibt es zu Sulforaphan. Es wirkt als epigenetischer Modulator, der Krebszellen dazu bringen kann, wieder normale Zelltod-Programme (Apoptose) zu aktivieren.
- Es wird überlegt Sulforaphan über Brokkolisprossen zuzuführen, Eine Studie untersuchte dazu erstmals, wie gut Hunde Sulforaphan aus Brokkolisprossen aufnehmen. Die Ergebnisse zeigen: Sulforaphan gelangt zuverlässig ins Blut, wird innerhalb von 24 Stunden wieder abgebaut und beeinflusst messbar epigenetische Enzyme wie HDAC. Die Substanz war gut verträglich und führte zu keinen relevanten Nebenwirkungen. Damit liefert die Studie wichtige Grundlagen für den Einsatz von Brokkoli‑Sprossen‑Extrakten in der Krebsprävention und ‑therapie beim Hund. Und die Grundlage für weitere klinische Forschung.
Spurenelemente: Zink, Selen, Kupfer, Eisen
Bei Hunden mit Leberkrebs wurden deutlich höhere Kupferwerte im gesunden Lebergewebe gefunden, als bei gesunden Kontrollhunden. Gleichzeitig waren die Zinkwerte etwas niedriger, während Eisen und Selen unverändert blieben. Ob diese Veränderungen zur Entstehung von Leberkrebs beitragen oder erst durch den Tumor entstehen, ist noch unklar. Aus dieser Studie wird deutlich, das es auch relevant sein kann, auf die Spurenelemente zu schauen, was mich zu folgenden Ergebnissen geführt hat:
Kupfer
Eine weitere Studie fand auch bei Hunden mit Osteosarkom erhöhte Kupferwerte im Tumorgewebe sowie eine starke Überexpression des Kupfer-Transportgens ATOX1 im Vergleich zu Serum und normalem Knochengewebe. Daraus schließen die Forscher, das Osteosarkome aktiv Kupfer anreichern und ihren Kupferstoffwechsel verändern.
Selen
Selen ist für Hunde essenziell und spielt eine Rolle in antioxidativen Prozessen, Schilddrüsenhormonstoffwechsel, DNA‑Synthese und Reproduktion. Die meisten kommerziellen Futtermittel decken den Selenbedarf meist gut ab, bei selbstgekochten Diäten gibt es eine Tendenz dahingehend, dass diese zu wenig enthalten. Hunde unterscheiden sich von Pflanzenfressern durch eine höhere natürliche Selenretention und zeigen keine bekannten Fälle natürlicher Selenvergiftung. Es gibt Hinweise, dass Selen eine Rolle bei der Krebsprävention und ‑behandlung spielen könnte – belastbare Daten speziell für Hunde fehlen aber noch.
Ein Übersichtsartikel von 2018 erklärt die Beziehung zwischen Selenstatus und Prostatakrebsrisiko für Hunde und Männer als relevant. So zeigte sich in Hundestudien eine U-förmig Dosis-Wirkungs-Beziehung, was bedeutet, niedrige als auch hohe Selenwerte waren mit erhöhten DNA-Schäden assoziiert, mittlere Werte waren am günstigsten und konnten den als homöostatische Hausreinigung beschriebenen Mechanismus der Apoptose geschädigter DNA-Zellen auslösen. Es ist also eine gute Versorgung wichtig, jedoch von einer Selensupplementierung ohne vorausgehenden und begleitenden Wertecheck dringend abzuraten.
HEILUNGSCHANCEN UND PROGNOSEN
Die Wissenschaft unterscheidet heute strikter zwischen Früherkennung, Heilung und Chronifizierung:
- Früherkennung ist alles: Dank neuer Bluttests (Liquid Biopsy) können Tumoren Monate vor der klinischen Sichtbarkeit erkannt werden. Wobei die Genauigkeit je nach Test variieren kann, was problematisch ist.
- Heilungsprognosen: Für früh entdeckte solide Tumore (z. B. Weichteilsarkome Grad 1, Hauttumore), die großräumig operiert werden können sind gute Chancen zu verzeichnen.
- Trotz aller Fortschritte bleiben einige Krebsarten extrem schwierig:
- Hämangiosarkome (Milzkrebs): Hier ist die Prognose oft schlecht, da dieser Tumor meist erst bei einer Ruptur entdeckt wird. Die Forschung konzentriert sich hier auf Früherkennungstests im Blut.
- Osteosarkome: Die Metastasenbildung in der Lunge bleibt eine große Herausforderung, neue Impfstoffe und Immunansätze werden erforscht.
- Trotz aller Fortschritte bleiben einige Krebsarten extrem schwierig:
- Chronifizierung: Bei systemischen Krebserkrankungen (z. B. Lymphomen) geht der Trend dahin, den Krebs wie eine chronische Krankheit (ähnlich wie Diabetes) zu managen.
FAZIT FÜR DIE PRAXIS
Krebs beim Hund ist auch in 2026 noch immer äußerst komplex. Je nach Krebsart und Stadium, muss Krebs aber kein Todesurteil mehr sein. Es gibt mittlerweile durchaus vielversprechende therapeutische Ansätze, die jedoch mit teils immensem Aufwand und Kosten verbunden sein können. Dennoch bleiben bei einigen Krebsarten und Stadien aktuell noch viele Fragen und Ratlosigkeiten. Es braucht weitere Forschung und auch wenn in vitro Studien Hoffnung machen – wichtig ist die klinische Forschung mit in vivo Studien, die echte Erkenntnisse liefern, sowohl die Wirksamkeit als auch die Verträglichkeit bei Hunden deutlich belegen müssen.
Neben der Therapie zur Heilung wird heute der Fokus auch vermehrt auf „Quality of Life“ gelegt – die Therapie darf beim Hund niemals schlimmer sein als die Krankheit selbst. Insofern richtet sich jede Unterstützung und Therapie auch nach den Symptomen und Beschwerden der Tiere – eine Aufführung, welche phytotherapeutische oder natürliche Unterstützung wann wertvoll ist, wäre sicherlich spannend zu lesen, aber nicht sinnvoll. Ich sage Euch auch warum: Es gibt je nach Tier und spezifischem Fall eine Menge einzubeziehen – ehe ein Präparat oder eine Zufütterung empfohlen werden kann. Daher möchte ich Euch bitten, setzt Euch mit der Fachkraft Eures Vertrauens zusammen, legt alles was ihr wisst, alles was relevant sein könnte, auf den Tisch und besprecht dann was individuell zu Eurem Tier passt.
Und zum Thema Krebs-Vorsorge – die gestaltet sich noch schwierig, aber die Vermeidung von Übergewicht sowie der Erhalt einer gesunden Muskelmasse kann im Falle eines Falles über die Agressivität des Tumors und die körperlichen Fähigkeiten eine Therapie meistern zu können entscheidend sein.
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Tierklinik der LMU München. Forschung zu innovativen Krebstherapien in der Veterinärmedizin.
Vetmeduni Wien (Universität für Veterinärmedizin Wien). Forschung zu Lasertherapien und onkologischen Studien beim Hund.
VCA Animal Hospitals. Ernährung bei Krebs.
AVMA Clinical Trials Database – Datenbank für laufende onkologische Studien.
Texas A&M Gastrointestinal Laboratory (Marktführend in der Mikrobiom-Forschung beim Hund).



